YouTube-Update: Neue Clip-Tools, Upgrade des Einkaufsaufklebers & Livestream-Richtlinie!
Der YouTube Shopping-Sticker in Shorts wird aufgewertet. Anstatt ein Palette unter der Short zu öffnen, werden Zuschauer nun direkt auf die Website des Verkäufers weitergeleitet, um das markierte Produkt zu erwerben.
Neue Funktionen und Richtlinien: YouTube aktualisiert Shopping-Sticker, MLA-Thumbnails und Live-Streaming
YouTube rollt eine Reihe von Updates aus, die verschiedene Bereiche der Plattform betreffen – von der Monetarisierung über die internationale Reichweite bis hin zu neuen Werkzeugen für das Content-Recycling und dem Jugendschutz. Besonders für Creator, die bereits mit Shorts oder internationalen Zielgruppen arbeiten, gibt es wichtige Neuerungen im Bereich Shopping und Audio-Optionen.
Effizienteres Shopping in Shorts: Direkter Weg zum Produkt
Ein wesentliches Update betrifft den YouTube Shopping-Sticker in Shorts. Bisher führte der Klick auf einen markierten Produkt-Sticker oft zu einer Palette oder einer Zwischenseite unter dem Short, was einen zusätzlichen Schritt im Kaufprozess bedeutete.
Nun wird dieser Prozess verschlankt: Zuschauer werden künftig direkt auf die Website des Verkäufers weitergeleitet, um das markierte Produkt zu erwerben. Diese Reduzierung der Klicks kann die Conversion-Rate positiv beeinflussen, da die Hürde zwischen dem Entdecken eines Produkts und dem eigentlichen Kauf gesenkt wird.
So funktioniert die Steuerung der Produkte:
- Mehrere Markierungen: Wenn du mehrere Produkte in einem Short markierst, erscheint neben dem Sticker ein Pfeil. Über diesen können Zuschauer die vollständige Liste der markierten Artikel öffnen.
- Sticker-Auswahl: Der primäre Sticker wird automatisch aus dem ersten Produkt deiner Liste generiert. Du hast jedoch die Möglichkeit, die Reihenfolge der Produkte zu ändern, um gezielt festzulegen, welches Produkt als prominenter Sticker im Video erscheinen soll.
Wichtig ist hierbei die Voraussetzung: Das YouTube Shopping Affiliate-Programm steht nicht jedem Creator offen. Es ist derzeit nur verfügbar, wenn du über mehr als 10.000 Abonnenten verfügst und dich in einem der unterstützten Länder befindest.
Lokalisierung auf dem nächsten Level: Sprachspezifische Thumbnails für MLA
Für Creator, die ihre Inhalte global ausrichten, gibt es ein spannendes Experiment im Bereich der multisprachigen Audios (MLA). Während das Autodubbing von YouTube automatisiert funktioniert, erlaubt MLA den Upload eigener, manuell erstellter Audiospuren.
Nun testet YouTube eine Erweiterung: Die Möglichkeit, unterschiedliche Thumbnails für die verschiedenen verfügbaren Sprachen hochzuladen. Das bedeutet, dass ein Zuschauer in den USA ein anderes Vorschaubild sieht als ein Zuschauer in Deutschland, sofern das Video in beiden Sprachen vorliegt. Dies ermöglicht eine wesentlich präzisere Lokalisierung der visuellen Ansprache.
Ein wichtiger technischer Hinweis zur Kompatibilität: Es gibt derzeit eine Einschränkung bei der Nutzung dieser Funktion. Sprachspezifische Thumbnails sind nicht mit den A/B-Tests für Thumbnails kompatibel. Du musst dich also für eine der folgenden Optionen entscheiden:
- Ein standardmäßiges, globales Thumbnail für alle Nutzer.
- Sprachspezifische Thumbnails für die verschiedenen Audiospuren.
- Die Nutzung von A/B-Tests, um das effektivste Thumbnail zu ermitteln.
Diese Limitierung ist nachvollziehbar, da eine Kombination aus sprachspezifischen Bildern und gleichzeitigen A/B-Tests den Aufwand bei der Erstellung massiv erhöhen würde (man müsste theoretisch für jede Sprache mehrere Test-Varianten hochladen).
Content-Recycling: Clips direkt aus dem Transkript erstellen
Eine weitere Neuerung betrifft die Art und Weise, wie du bestehende Inhalte in kürzere Formate umwandeln kannst. Es ist nun möglich, sowohl aus normalen Videos als auch aus Live-Streams heraus Clips zu erstellen – und zwar direkt über das Transkript.
Der Workflow im Detail: Du wählst einfach einen relevanten Abschnitt im Transkript aus. YouTube setzt daraufhin automatisch die Ein- und Auspunkte für den Videoausschnitt. Optional kannst du eine bis zu 30 Sekunden lange Einleitung sowie einen 30-sekündigen Abspann hinzufügen.
Hier ist jedoch Vorsicht bei der Terminologie geboten, da YouTube hier zwei verschiedene “Clip”-Funktionen anbietet:
- Klassische Clips (Scheren-Symbol): Diese erstellen lediglich eine Verknüpfung zu einem Teil eines bestehenden Videos.
- Transkript-Clips: Diese Funktion erstellt ein komplett neues Video aus deinem bestehenden Material. Wenn du auf “Entwurf erstellen” klickst, startest du den vollständigen Upload-Prozess in YouTube Studio.
Praktischer Tipp für die Umsetzung: Es empfiehlt sich, auf einen langen Abspann zu verzichten und die Einleitung sehr kurz zu halten, um die Dynamik des neuen Kurzvideos nicht zu gefährden. Da das Ergebnis ein eigenständiges neues Video ist, ergeben sich interessante Synergien: Du kannst diesen neuen Clip theoretisch erneut clippen, falls er noch zu lang ist, und da es ein neues Video ist, steht dir für diesen Ausschnitt auch wieder die Funktion des Autodubbings zur Verfügung, um ihn in weitere Sprachen zu übersetzen.
Voraussetzung: Diese Funktion ist nur verfügbar, wenn multisprachige Audios (MLA) und Autodubbing für das Quellvideo deaktiviert sind. Bei Live-Streams sollte dies jedoch kein Problem darstellen, da diese Funktionen dort ohnehin meist nicht aktiv sind.
Verschärfte Richtlinien für Live-Streaming und Jugendschutz
Abschließend gibt es eine wichtige Änderung bei den Sicherheitsrichtlinien für YouTube Live. Um den Kinderschutz zu verbessern, erhöht YouTube das Mindestalter für eigenständige Live-Streams von 13 auf 16 Jahre.
Was bedeutet das konkret?
- Unter 16 Jahren: Personen in dieser Altersgruppe dürfen nicht mehr alleine live streamen.
- Zwischen 16 und 18 Jahren: Auch Minderjährige unter 18 Jahren müssen laut den neuen Richtlinien in ihrem Stream von einem Erziehungsberechtigten oder Elternteil begleitet werden.
Wird gegen diese Vorgaben verstoßen, riskiert der betroffene Account, dass die Funktionen für das Live-Streaming sowie der Live-Chat deaktiviert werden. Für alle Creator ab 18 Jahren ergeben sich aus dieser Änderung keine Einschränkungen.
Die Umsetzung dieser neuen Altersgrenzen erfolgt in den kommenden Wochen, wobei die strikte Durchsetzung mit einer kurzen Verzögerung nach der Implementierung beginnt.
Mit diesen Updates zeigt YouTube erneut den Trend zu einer stärkeren Lokalisierung und einer effizienteren Nutzung von bestehendem Content, während gleichzeitig die Sicherheitsstandards für jüngere Nutzer angehoben werden.
Originaltranskript
Transkript
YouTube Shopping-Sticker in Shorts werden aufgewertet. Anstatt ein Palette unter dem Short zu öffnen, werden Zuschauer nun direkt auf die Website des Verkäufers weitergeleitet, um das markierte Produkt zu kaufen. Klicken sie auf den Sticker und sind mehrere Produkte markiert, erscheint neben dem Sticker ein Pfeil, um die Liste der markierten Produkte zu öffnen. Der Sticker wird aus dem ersten Produkt der Liste generiert, aber man kann die Reihenfolge ändern, um das gewünschte Produkt als Sticker auszuwählen.
Bitte beachten Sie, dass das YouTube Shopping Affiliate-Programm nur verfügbar ist, wenn Sie über 10.000 Abonnenten haben und sich in einem der folgenden Länder befinden.
Multisprachige Audios erhalten ein Thumbnail-Experiment. Wenn Sie bereits Zugang zu Autodubbs “großem Bruder” MLA haben, bei dem Sie statt der automatischen Übersetzungen von YouTube eigene Audiospuren hochladen können, könnten Sie für ein weiteres Experiment in Frage kommen. Sie können unterschiedliche Thumbnails für die verschiedenen Sprachen hochladen, was ziemlich cool ist.
Ich wünschte, mehr Menschen hätten Zugang zu MLA, damit wir mehr von diesem Experiment sehen würden. Wenn Sie Zugang zu MLA haben und am Experiment teilnehmen, schicken Sie mir bitte Screenshots, da ich sehr daran interessiert bin, wie es funktioniert. Angeblich sind sprachspezifische Thumbnails mit A/B-Tests für Thumbnails inkompatibel. Sie können also entweder das normale Thumbnail oder die sprachspezifischen Thumbnails oder den A/B-Test verwenden.
Das ist in gewisser Weise nachvollziehbar, da man andernfalls für jedes Video drei verschiedene Thumbnails hochladen müsste, was den Rahmen sprengen würde. Aber es wäre auch irgendwie cool. Teilen Sie mir Ihre Gedanken dazu in den Kommentaren mit.
Außerdem erhalten wir etwas Neues, das mit multisprachigen Audios zusammenhängt: Wir müssen über Clips aus Transkripten sprechen. Grundsätzlich können Videos und Live-Streams nun aus dem Transkript herausgeclippt werden, solange mehrsprachige Audios und Autodubbing deaktiviert sind. Da bei Live-Streams weder MLA noch Autodubbing aktiviert zu sein scheinen, sollte dies kein großes Problem darstellen. Sie können einfach einen Abschnitt des Transkripts auswählen, YouTube setzt automatisch Ein- und Auspunkte für das Video, und Sie können eine 30-sekündige Einleitung und einen 30-sekündigen Abspann hinzufügen, wenn Sie möchten.
Mein Rat: Fügen Sie keinen Abspann hinzu und nur eine kurze Einleitung. Es wird ein neues Video erstellt, und wenn Sie auf “Entwurf erstellen” klicken, erhalten Sie den vollständigen Upload-Ablauf für ein Video. Die Begriffe sind etwas verwirrend, da diese Art von Clips ein neues Video aus Ihrem bestehenden Video oder Live-Stream erstellt, während die Clips, die normalerweise als Clips bezeichnet werden, mit dem Schere-Symbol erstellt werden.
Es ist also etwas unglücklich mit der Terminologie, aber ich hoffe, wir können das klären. Vielleicht haben Sie eine Idee, wie wir es nennen sollten – lassen Sie es mich in den Kommentaren wissen. Lustigerweise zählt ein erstellter Clip als neues Video, sodass Sie es erneut clippen können, wenn es noch zu lang ist. Da es als neues Video betrachtet wird, wird auch Autodubbing wieder aktiviert, sodass Sie eine neue Sprache hinzufügen können.
Das ist schön, aber auch etwas seltsam, wie der Upload-Ablauf dafür funktioniert.
Zuletzt haben wir vorhin kurz über Live-Streaming gesprochen. YouTube erhöht das Mindestalter für Live-Streams von 13 auf 16 Jahre. Wie zuvor müssen Minderjährige – laut YouTube Personen unter 18 Jahren – in ihrem Stream von einem Erziehungsberechtigten oder Elternteil begleitet werden, ansonsten könnten sie gegen die Richtlinien zum Kinderschutz verstoßen und Live-Streaming sowie Live-Chat werden deaktiviert.
Für Volljährige ab 18 Jahren ändert sich nichts. Diese Änderung wird in den kommenden Wochen umgesetzt und die Durchsetzung erfolgt einige Wochen danach. Wenn Sie Fragen zu einem der Themen haben, lassen Sie es mich bitte in den Kommentaren wissen. Bis nächste Woche zu weiteren YouTube-Updates! Auf Wiedersehen.
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