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Das EEE-Modell: Wie du aus der Kleine-YouTuber-Ecke rauskommst

Moin.

Dieser Post richtet sich insbesondere an YouTube-Beginner und soll dich davor bewahren, aus lauter Enthusiasmus an der Sache sich direkt in den ersten 500 Abonnenten in den Burnout zu grinden. Aber eins nach dem anderen.

Ein häufiger Anfängerfehler bei YouTube ist es, aus einer einzigen Idee einen Kanal aufzuziehen. Ich habe fast wöchentlich genau damit zu tun:

Ein:e junge:r Creator:in, meist zwischen 13-16 Jahren guckt sich täglich seine Lieblingsyoutuber an (zum Beispiel: Gronkh) und kommt eines langweiligen Tages auf eine Idee: “Ich kann doch auch mal OBS installieren und Let’s Plays machen”.
Gesagt, getan. Und innerhalb kürzester Zeit hat unser Nachwuchs nicht nur raus, wie man Videos aufnimmt, schneidet und hochlädt, sondern ist schon dabei, sich mit einzelnen Optimierungen zu beschäftigen wie SEO oder Thumbnail-Design. Doch nachdem die Neuheit verflogen ist, bahnt sich Ernüchterung an, denn: Egal, was versucht wird, nichts scheint zu funktionieren. Ob Keyword-Optimierung, Eigenwerbung, zwei Videos pro Tag, vielleicht sogar drei oder vier: Keine davon kriegen mehr als eine Handvoll Aufrufe. Eher im Gegenteil, die meisten neuen Videos scheinen schlechter zu laufen als die alten!

Was ist passiert? Um die Lösung zu finden, musst du einen Schritt zurücktreten. Was genau sind das eigentlich für Videos? Inwiefern sind sie für Zielgruppen relevant? Was sind überhaupt deine Zielgruppen? Und inwiefern heben die Videos sich von der Masse an Videos auf YouTube ab? Wenn du hier feststeckst und nicht weiterkommst, könntest du uns anheuern, aber bevor du unnötig Geld ausgibst, hätte ich noch eine bessere Idee: Versuche, dem EEE-Modell zu folgen. (Beziehungsweise, dem EDE-Modell. Das Modell ist das gleiche, nur einmal isses auf Englisch und einmal eben nicht.)

Erkunden — Das erste E im EEE-Modell

Es ist grundsätzlich sinnvoll, erst mal zu erkunden, was du auf YouTube überhaupt so alles machen kannst. Und ja, die ursprüngliche Inspiration war wahrscheinlich gut – aber auf YouTube kannst du so viel mehr machen. Denn abgesehen von den allseits bekannten Genres wie Gaming, Beauty oder Vlogs gibt es auch schier endlos viele Nischen. Zum Beispiel Schlösser knacken, Physiksimulationen von mehrgliedrigen Pendeln, oder Sachen so lange polieren, bis sie wahlweise als Messer taugen oder glänzen.

Tatsächlich stehen die Chancen ganz gut, dass es für jedes Hobby die Möglichkeit gibt, Videos darüber zu machen. Oder gar einen ganzen Kanal zu widmen. Diese Hobbys müssen nicht mal Aktivitäten sein, denen man jeden Tag für mehrere Stunden nachgeht. Will heißen, Kekse backen kurz vor Weihnachten würde zum Beispiel schon reichen. Und genau so kannst du durch’s Leben gehen. Guck dir die Welt an und filme sie ab und an, egal ob digital oder real, ob gescriptet oder improvisiert.

Dies ist die Erkundungsphase im EDE-Modell.

Die Zeit in der Erkundungsphase ist eine Zeit voller Freiheiten und etwas, was größere Kanäle verlieren: Zum Beispiel kann ein Kurzgesagt nicht mal eben so ein Vlog hochladen. Und ein Jungsfragen kann nicht mal eben Minecraft auf seinem Kanal spielen. Grundsätzlich gilt: Während du erkundest, können dir Zahlen egal sein. Denn du weißt, warum und für wen du diese Videos machst: Für dich selbst. Um zu wachsen. Um zu lernen. Und vielleicht sogar um Spaß zu haben.

Mit der Zeit wird sich wahrscheinlich herausstellen, dass du einen Stil findest und dich immer öfter eine bestimmte Art an Inhalten produzieren siehst: Du findest so langsam deine Nische.

Entwickeln — Das zweite E im EEE-Modell

In der zweiten Phase vom EEE-Modell geht es darum, langsam eine Zuschauerschaft um sich aufzubauen. Das heißt insbesondere: Zielgruppen definieren, Formate finden, die sich von der Masse abheben, optimieren und so weiter. Wenn das so klingt wie das Eingangs erwähnte Problem – stimmt. Wir sind wieder da angekommen, wo wir vor der Erkundungsrunde aufgehört haben. Doch mit einem großen Unterschied: Du hast jetzt Wissen, quer durch diverse Genres. Du hast Übung in all dem, was du tust. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit hast du ein besseres Verständnis, was genau du in deiner Nische tun kannst.

An dieser Stelle fangen dann auch die ganzen Tipps aus dem Netz an, sinnvoll zu sein. Ich will hier nicht jeden einzelnen Tipp auflisten, sondern nur so grob zeigen, wo man Hilfe kriegen kann:

  • Tipps von uns findet man auf deutsch und auf englisch.
  • YouTube hat die Creator Academy mit diversen Kursen.
  • Die YouTube-Kanäle Video Creators, So geht YouTube, Little Monster Media Co u.v.m. haben Videos zu diversen Kanalwachstumsfragen
  • Wir bieten Beratung an und können dir sagen, welche Kanaloptimierung in welcher Reihenfolge am sinnvollsten ist.

Aus der Entwicklungsphase gibt es zwei Wege heraus. Entweder in die dritte Phase, wo der Kanal etabliert ist, oder zurück in die Erkundungsphase, wo du noch mal neu guckst, was es genau ist, was du eigentlich machen willst. Zurück zu gehen mag erst mal so klingen, als ob du verlierst. Dem ist aber nicht so: YouTube ist in den allermeisten Fällen höchstens als Hobby tauglich und das gilt bis tief in die Etablierte Phase hinein. Das heißt du hast die Auswahl aus zwei Optionen, wenn es immer weniger Spaß macht und nicht weiter gehen will: Entweder genau so weiter machen wie bisher, oder etwas ändern. Und etwas ändern ist sehr eindeutig die bessere Option, auch wenn es dich in diesem Modell sozusagen “zurückwirft”.

Etabliert — Das dritte E im EEE-Modell

Kanäle in der 3. Phase sind funktionell relativ ähnlich zu denen in der 2. Phase. Sie sind allerdings grundsätzlich routinierter, kennen die meisten Best Practices, und haben meist welche von den größten Kanälen in ihrer Nische. Was nicht heißen soll, dass sie es einfacher haben. Als etablierter Creator wird es meist eng mit der Zeit, da Projekte größer und häufiger werden, bis irgendwann Aufgaben an ganze Teams verteilt werden müssen.

Solltest du bereits ein etablierter YouTuber sein, öhm, danke für’s Lesen, glaub ich. Solltest du das Gefühl haben, YouTube entwickelt sich schneller weiter als du mitkommst, kannst du unseren YouTube Patch Rundown abonnieren. Da erzählen wir dir jede Woche alles, was auf YouTube so Plattform-relevantes passiert ist, in 5 Minuten oder so. Ansonsten kannst du auch uns anheuern, um Betriebsblindheit vorzubeugen, oder um einere direktere Supportline zu YouTube zu haben.

Zusammenfassung

Zusammenfassend (und um diesen Post langsam zum Ende zu bringen) lässt sich festhalten: YouTube ist zunächst ein Hobby, und du solltest es gerade am Anfang als solches betrachten und die Plattform erkunden und dich kreativ austoben. Es ist möglich, dass du später deinen Kanal in ein Business entwickeln kannst, mit all den Vorteilen und Nachteilen, die das mit sich bringt. Und vielleicht bist du irgendwann so weit etabliert, dass du dich zur YouTube-Elite zählen darfst.

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