YouTube AutoDubbing enttäuscht & YouTube führt Jewels für vertikale Livestreams ein!

AutoDubbing (MLA) wird ausgerollt, aber enttäuscht durch Monotonie und schlechte Übersetzungen. Erfreulich: Lange Shorts werden bald korrekt angezeigt.

YouTube AutoDubbing enttäuscht und neue Monetarisierung für vertikale Livestreams

In der Welt der Video-Creator gibt es immer wieder Updates, die auf dem Papier vielversprechend klingen, in der Praxis jedoch hinter den Erwartungen zurückbleiben. Aktuell erleben wir genau das beim Rollout von MLA bzw. Auto-Dubbing. Während YouTube versucht, die Sprachbarrieren zwischen globalen Zielgruppen zu überbrücken, zeigt sich in der Realität ein anderes Bild. Gleichzeitig gibt es jedoch positive Nachrichten für alle, die mit längeren Shorts experimentieren oder ihre Livestreams besser bewerben wollen.

AutoDubbing: Ein technischer Rückschritt bei der Qualität?

Das Feature zum automatischen Dubbing wird derzeit nach und nach ausgerollt. Ziel ist es, Inhalte automatisch in andere Sprachen zu übersetzen, um die Reichweite von Videos zu erhöhen. Doch erste Tests – unter anderem durch Mark Molter – fallen ernüchternd aus.

Das Hauptproblem liegt in der Qualität der generierten Sprache: Die Stimmen klingen extrem monoton und die Übersetzungen sind oft mangelhaft. Für Creator ist dies besonders problematisch, da eine schlechte Übersetzung nicht nur die Botschaft verfälscht, sondern auch die Professionalität des Kanals beeinträchtigen kann.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das automatisierte System zur Spracherkennung. YouTube setzt hier auf Algorithmen, die oft Schwierigkeiten haben, wenn Inhalte einen “Mischkonsum” aus verschiedenen Sprachen aufweisen (beispielsweise Deutsch und Englisch im selben Video). Dies führt dazu, dass das System eine falsche Sprachauswahl trifft, was für die Zuschauer ein unangenehmes Erlebnis darstellt.

Die Alternative: Manuelle Sprachspuren statt KI-Zwang

Besonders ärgerlich ist aus Sicht der Creator, dass YouTube derzeit kaum Optionen bietet, um dieses System zu steuern oder eigene, qualitativ hochwertigere Alternativen zu integrieren. Es gibt keine Möglichkeit, Drittanbieter-Lösungen einfach hinzuzufügen; man ist stattdessen auf die interne, oft unbefriedigende KI angewiesen.

Wenn du überlegst, deine Inhalte international verfügbar zu machen, solltest du dir derzeit genau überlegen, ob du das Auto-Dubbing aktivieren möchtest. Eine sinnvollere Strategie könnte es sein, auf den Moment zu warten, in dem man eigene Sprachspuren hinzufügen kann, die wirklich natürlich klingen. Auch wenn dies bedeutet, dass du externe Programme nutzen und dafür einen Obulus entrichten musst, ist das Ergebnis meist deutlich professioneller als die aktuelle Lösung von YouTube.

Endlich Ordnung bei den “langen Shorts”

Nach einer Phase der Verwirrung gibt es gute Nachrichten für alle Creator, die längere Shorts produzieren. Bisher gab es ein Problem bei der Kategorisierung: Obwohl Videos technisch als Shorts eingestuft waren, wurden sie auf der Kanalseite, im Abofeed und im YouTube Studio oft fälschlicherweise als reguläre Videos angezeigt.

Das Team YouTube hat angekündigt, dass dies Anfang Dezember behoben werden soll. Die langen Shorts werden dann endlich dort korrekt dargestellt, wo sie hingehören.

Dies ist ein wichtiger Schritt, da die aktuelle Fehldarstellung vermutlich auch die Performance der Videos negativ beeinflusst hat. Da diese Inhalte bisher nicht konsistent im Shortsfeed verfügbar waren oder falsch zugeordnet wurden, konnten sie ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen. Wer also bereits mit längeren Formaten im Shorts-Bereich experimentiert hat, sollte Anfang Dezember prüfen, ob sich die Sichtbarkeit und die Klickzahlen durch die korrekte Anzeige verbessern.

Mehr Reichweite für Livestreams via Shortsfeed

Ein weiteres Update, das mittlerweile zu 100 % ausgerollt wurde, betrifft die Bewerbung von geplanten Livestreams. Es gibt nun Erinnerungen an anstehende Streams direkt im Shortsfeed.

Für dich als Creator bedeutet das eine wertvolle Synergie: Wenn du ohnehin regelmäßig Clips als YouTube Shorts veröffentlichst, kannst du diese nutzen, um Aufmerksamkeit für deine Live-Events zu generieren. Sofern dein Livestream im Voraus geplant ist, wird er den Zuschauern im Feed vorgeschlagen. Dies ist ein effektiver Weg, um die Brücke zwischen kurzlebigen Snack-Content und interaktiven Langformaten wie YouTube Live zu schlagen.

YouTube Jewels: Eine neue Währung für vertikale Livestreams

Ein besonders spannendes, wenn auch aktuell noch regional begrenztes Update betrifft die Monetarisierung von vertikalen Livestreams. In den kommenden Wochen führt YouTube sogenannte “Jewels” (Juwelen) ein. Aktuell ist dieses Feature nur für US-Creator verfügbar, doch es lohnt sich, die Funktionsweise bereits jetzt zu verstehen, da eine spätere Expansion auf andere Märkte wahrscheinlich ist.

Wie funktionieren Jewels?

Bei den Jewels handelt es sich um eine digitale Währung, die Zuschauer in Paketen kaufen können. Ähnlich wie bei vielen Gaming-Währungen gibt es hier ein gestaffeltes Preissystem: Wer größere Pakete kauft, erhält oft zusätzliche Bonus-Juwelen dazu. Der Preis pro Juwel variiert also je nach Paketgröße.

Diese Juwelen werden in vertikalen Livestreams genutzt, um “Geschenke” (Gifts) an den Creator zu senden. Hier ist es wichtig, zwischen drei verschiedenen Begriffen zu unterscheiden, um das System zu verstehen:

  1. Juwelen: Die Währung, die der Zuschauer im Store kauft.
  2. Geschenk (Gift): Das virtuelle Objekt, das mit Juwelen bezahlt wird und im Stream an den Creator gesendet wird.
  3. Rubine: Die interne Währung, in die das Geschenk für den Creator umgerechnet wird.

Der entscheidende Punkt für dich als Creator ist der Umrechnungskurs: 1 Rubin entspricht 1 Cent. Während die Zuschauer Juwelen ausgeben, fließen am Ende Rubine in deine Einnahmen ein. Die genaue Preisgestaltung der einzelnen Geschenke (also wie viele Juwelen ein Geschenk kostet und wie viele Rubine du dafür erhältst) ist derzeit noch nicht vollständig transparent, wird aber vermutlich im Laufe des Rollouts klarer werden.

Aktivierung und technische Einschränkungen

Falls du Zugriff auf diese Funktion hast oder sie in Zukunft nutzen möchtest: Die Verwaltung erfolgt über die YouTube-Partnerschaftsseite bzw. die Monetarisierungsseite. Dort gibt es ein neues Modul namens “Virtuelle Gegenstände” (Virtual Items), das an der gleichen Stelle wie Fan-Funding, Super Chats und Shorts-Anzeigen zu finden ist.

Um Jewels zu nutzen, musst du das entsprechende Modul in deinen Vereinbarungen bzw. Verträgen aktivieren. Dabei gibt es jedoch eine wichtige Einschränkung: Wenn du die Juwelen-Geschenke aktivierst, werden die Super Sticker deaktiviert. Du kannst also nicht beides gleichzeitig nutzen; es ist eine Entscheidung zwischen dem neuen Jewel-System und den klassischen Super Stickern.

Ob dieses System im Vergleich zu Super Chats – die oft als interaktiver empfunden werden – tatsächlich einen Mehrwert bietet, bleibt abzuwarten. Es zeigt jedoch deutlich, dass YouTube versucht, die Monetarisierung von vertikalen Inhalten stärker an Modelle anzupassen, die in anderen Live-Streaming-Plattformen bereits erfolgreich etabliert sind.

Originaltranskript

Transkript

MLA bzw. Auto-Dubbing wird nach und nach ausgerollt. Wir haben letzte Woche bereits darüber gesprochen, die Timeline steht auch noch. Ich bin leider hart enttäuscht, denn unser geschätzter Kollege Mark Molter hat es bereits testen dürfen. Es klingt leider super monoton, es ist eine schlechte Übersetzung, und es gibt nach wie vor keine Antwort von YouTube darauf, warum man den Zuschauern nicht einfach mehr Optionen lässt und diese Optionen auch speichert. Das heißt, es wird nach wie vor dieses automatisierte System zur Spracherkennung eingesetzt. Die Faktoren habe ich letzte Woche ja schon angerissen: Die Probleme beim Mischkonsum zwischen deutschen und englischen Inhalten führen dazu, dass manchmal eine falsche Sprachauswahl getroffen wird, und das ist dann unangenehm für alle Beteiligten, vor allem wenn die Auto-Dubbing-Sprache so katastrophal ist. Gut, der gute Mark hat uns erlaubt, mal kurz reinzuhören. Deswegen machen wir das auch eben. Das ist jetzt ein originales deutsches Video, das auf Englisch gedubbt wurde: “Hallo und willkommen zu meinem neuen Video! In diesem Video starte ich einen Mehrteiler, denn das, was hier angeboten wird, ist alles nicht überzeugend. Ich finde es ein Unding, dass man einigermaßen gute Alternativen wie z.B. haen oder ähnliche Anbieter nicht selber hinzufügen kann, sondern praktisch gezwungen ist, diese monotone Scheiße zu nutzen. Es kann doch nicht sein! Im Zweifelsfall überlegt euch zweimal, ob ihr eure Inhalte mit so einer katastrophalen KI-Übersetzung anbieten wollt oder nicht. Nein, wir können da gerne auch noch mal im Community Tab eine Umfrage machen. Aber ich bin der Meinung, vielleicht ist es besser, wenn man noch ein bisschen wartet, bis man selbst Sprachspuren hinzufügen kann und sich darum kümmert, dass diese Sprachspuren auch vernünftig klingen. Auch wenn es bedeutet, einen Obulus zu entrichten, denn das kostet ja etwas, wenn man Drittanbieterprogramme nutzt. Aber ich glaube, es ist auf jeden Fall sinnvoller und besser als das, was YouTube gerade produziert.”

Gut, okay, machen wir weiter mit erfreulichen Nachrichten. Ein bisschen die Stimmung heben. Das Team YouTube hat durchblicken lassen, dass die langen Shorts jetzt Anfang Dezember endlich im YouTube Studio, auf der Kanalseite und im Abofeed richtig angezeigt werden sollen. Das ist natürlich eine sinnvolle Sache. Bisher sind sie ja immer noch als Videos aufgetaucht, obwohl sie eigentlich schon als Shorts kategorisiert sind. Eine ganz schreckliche Geschichte, die jetzt Anfang Dezember besser wird. Dann werden sie endlich richtig gezeigt, und das ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Habt ihr schon lange Shorts produziert und ausprobiert? Lasst es mich gerne wissen. Ich würde mich nicht wundern, wenn sie katastrophal performen, weil sie aktuell noch nicht im Shortsfeed verfügbar sind und so weiter. Eine wirklich schlechte Geschichte. Gerne eure Meinung dazu in die Kommentare!

Dann hatten wir bereits in den letzten Wochen darüber gesprochen, dass es eine Erinnerung an anstehende Livestreams im Shortsfeed geben wird, und das ist jetzt tatsächlich auch auf 100% ausgerollt worden. Es gab auch einen Tweet dazu von Team YouTube. Ich finde das eine nette Geschichte. Wenn ihr sowieso Clips auf YouTube Shorts veröffentlicht, dann ist es natürlich auch sinnvoll, sich mal mit YouTube Live auseinanderzusetzen. Denn wenn ihr viele Chancen habt, die vielleicht auch gut performen, wird euer Livestream entsprechend vorgeschlagen, wenn ihr ihn vorher plant. Eine sinnvolle Geschichte, meiner Meinung nach. Wenn ihr Fragen habt, wie man überhaupt mit YouTube Live anfängt oder so, gerne in die Kommentare damit. Ich sammle gerade für ein Video und kann dann auch Mythen bestätigen oder widerlegen. Da habe ich Bock drauf!

Und ja, wie gesagt, ich freue mich auf eure Zuschriften. Bleiben wir bei den vertikalen Livestreams bzw. im Shortsfeed, aber gehen wir zu den vertikalen Livestreams über. In den kommenden Wochen kommen die sogenannten YouTube Juwelen bzw. Jeels, leider nur für US-Creator. Hört es euch trotzdem an, denn vielleicht kommt der ganze Kram ja irgendwann auch zu uns, und wir können jetzt schon Learnings daraus ziehen, was wir damit machen wollen. Also, kurze Wiederholung: Jels sind eine digitale Währung, die von Zuschauern in Paketen gekauft werden kann. Diese Pakete kennen die Gamer unter euch, wenn man irgendwo eine digitale Währung hat. Für 1000 Juwelen kann man dann irgendwie 899 zahlen und bekommt ein paar Extra-Juwelen dazu. Je mehr man ausgibt, desto mehr Extra bekommt man. Daher variiert der genaue Preis von Juwelen je nach gekauftem Paket. Soweit so gut bzw. schlecht. Mikrotransaktionen sind immer ein schwieriges Thema. Juwelen können ausschließlich in vertikalen Livestreams für sogenannte Geschenke oder im…

Geschenke und Rubine: Ein Überblick

Die englischen Geschenke, die mit Juwelen gekauft werden, haben einen festen Rubinwert. Hier ist eine wichtige Unterscheidung, die wir treffen müssen:

  • Juwelen: Das, was der Nutzer kauft.
  • Geschenk (Gift): Das Geschenk, das Juwelen kostet und dem Creator Rubine einbringt.
  • Rubine: Die Währung, die an den Creator ausgezahlt wird, mit einem festen Umrechnungskurs von 1 Rubin = 1 Cent.

Wenn ihr Fragen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare! Ich kann es auch noch einmal anders erklären oder eine bildliche Darstellung liefern. Die Rubine werden zu euren Einnahmen gezählt, aber der genaue Preis der Geschenke ist nicht bekannt. Ich werde meine “Spione” im englischen und amerikanischen Markt losschicken, um mehr über die Preisgestaltung und die Umrechnung zwischen Juwelen und Rubinen herauszufinden. Wir können dann eine Liste erstellen, um zu sehen, welche Geschenke sinnvoll sind und wie viel beim Creator ankommt.

Nutzung der Juwelen

Diese Funktion ist noch nicht in Deutschland verfügbar, aber hier ist eine Vorschau: Es gibt ein neues Modul auf der YouTube-Partnerschaftsseite oder der Monetarisierungsseite namens “Virtuelle Gegenstände” (im Original: Virtual Items). Ihr findet es an der gleichen Stelle wie Fan-Funding (Mitgliedschaften), Super Chats und Shorts-Anzeigen. Um diese Funktion zu nutzen, müsst ihr das Modul in euren Vereinbarungen/Verträgen aktivieren. Wichtig: Wenn ihr die Juwelen-Geschenke aktiviert, werden die Super Sticker deaktiviert. Ihr könnt also entweder das eine oder das andere verwenden, aber nicht beides gleichzeitig. Persönlich finde ich Super Chats interaktiver und angenehmer für Creator als Super Sticker.

Weitere Informationen zu diesem Launch findet ihr in der Videobeschreibung, einschließlich eines Links zum YouTube-Forum. Für Termine zur Verfügbarkeit außerhalb der USA bleibt ihr am besten hier auf dem Kanal auf dem Laufenden. Bis nächste Woche! Bleibt dran und haut rein!

Quellen

Wenn du mehr über die Optimierung deines Kanals erfahren möchtest, besuche unsere Creator Support und Beratung für individuelle Beratung und Support, oder kontaktiere unten unseren Experten.

Martin Koytek

Geschrieben von

Martin Koytek

Managing Director

Produzent der kw.media YouTube-Tutorials und Ansprechpartner für YouTube-Beratung, Kurse und Creator-Support.

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