YouTube-Updates: Abonnentenliste, Shorts-Ansichten und „Pause machen“

Neue Funktion für Creator: Abonnenten nun in YouTube-App sichtbar. Anpassungen bei Shorts-Aufrufen & vollständige "Pause machen"-Funktion in Live-Streams.

Neue Funktionen und Metrik-Änderungen: Was Creator jetzt auf YouTube wissen müssen

YouTube rollt kontinuierlich Updates aus, die sowohl den Workflow im Studio als auch die Art und Weise beeinflussen, wie Reichweite gemessen wird. In den letzten Tagen gab es signifikante Neuerungen bei der Sichtbarkeit von Abonnenten, Anpassungen in der mobilen Analytics-Ansicht sowie eine grundlegende Änderung bei der Zählung von Shorts-Aufrufen. Zudem gibt es wichtige Details zur Live-Streaming-Pause und einem aktuellen Experiment bei den Push-Benachrichtigungen.

Abonnentenliste jetzt auch in der YouTube-App verfügbar

Eine Funktion, die viele Creator schon lange vermisst haben, findet nun ihren Weg in die mobile App. Bisher war es nur über das YouTube Studio am Desktop möglich, eine Liste der eigenen Abonnenten einzusehen. Seit dieser Woche wird diese Funktion schrittweise in der YouTube-App integriert.

Wo finde ich die Liste und welche Voraussetzungen gelten?

Du kannst deine Abonnentenliste nun direkt auf deiner Kanalseite innerhalb der App einsehen. Allerdings gibt es einige wichtige Einschränkungen, die du beachten musst:

  • Mindestanzahl: Die Funktion ist erst verfügbar, wenn dein Kanal mindestens vier Abonnenten hat.
  • Privatsphäre-Einstellungen: Du siehst in dieser Liste nur diejenigen Nutzer, die ihre Abonnements in ihren eigenen Privatsphäre-Einstellungen auf „öffentlich“ gesetzt haben. Wer seine Abos privat hält, erscheint nicht in der Liste – dies war bereits im Desktop-Studio so und bleibt auch in der App bestehen.
  • Eigene Sichtbarkeit: Die Funktion ist ausschließlich für den eigenen Kanal gedacht. Du kannst also deine eigenen Abonnenten sehen, aber nicht die Listen anderer Creator einsehen.

Da das Update noch nicht für alle Nutzer gleichzeitig ausgerollt wurde, kann es sein, dass du die Option in deiner App noch nicht siehst. In diesem Fall musst du dich etwas gedulden.

Optimierungen im YouTube Studio Mobile

Neben der Abonnentenliste gibt es eine kleine, aber effektive Verbesserung im YouTube Studio Mobile. Hier wurde der Header im Bereich Analytics angepasst.

Klarere Unterscheidung zwischen Kanal- und Videoanalysen

Das Problem in der mobilen Ansicht war oft die schnelle Verwirrung darüber, welche Daten man gerade betrachtet. Um dies zu beheben, wird nun das Vorschaubild des jeweiligen Videos oben eingeblendet, wenn du dich in den Videoanalysen befindest.

Diese visuelle Unterstützung hilft dir dabei, sofort zu erkennen, ob du gerade die übergeordneten Kanalstatistiken oder die spezifischen Metriken eines einzelnen Videos analysierst. Da sich die Aufrufzahlen und anderen KPIs zwischen diesen beiden Ansichten massiv unterscheiden, sorgt diese Änderung für mehr Transparenz und eine einfachere Bedienung im Alltag.

YouTube Live: Die „Pause machen“-Funktion ist vollständig da

Für alle, die regelmäßig live streamen, gibt es gute Nachrichten: Die sogenannte „Take a Break“-Funktion (Pause machen) wurde nun vollständig ausgerollt. Diese Funktion erlaubt es dir, während eines Live-Streams eine kurze Auszeit zu nehmen, ohne den Stream beenden oder improvisieren zu müssen.

So funktioniert die Stream-Pause

Du kannst eine Pause von entweder 3 oder 5 Minuten einlegen. Während dieser Zeit wird dein Live-Bild durch eine der folgenden Optionen ersetzt:

  1. Ein standardmäßiger YouTube-Countdown.
  2. Ein von dir im Vorfeld festgelegtes Video.

Die Rolle von Werbung während der Pause

Ein wichtiger Punkt für die Monetarisierung: Während dieser Pausen werden Werbeplätze angeboten. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass in jeder Pause auch Werbung ausgespielt wird. Hier greift das Prinzip der „Werbesättigung“.

Wenn ein Zuschauer beispielsweise gerade erst in deinen Stream eingestiegen ist und bereits eine Pre-Roll-Werbung gesehen hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er während deiner Pause eher dein festgelegtes Video als eine weitere Werbung sieht. Zudem erhalten YouTube Premium-Nutzer konsequenterweise keine Werbung während dieser Intervalle.

Die Neudefinition von Shorts-Aufrufen ab dem 31. März

Eine der weitreichendsten Änderungen betrifft die Art und Weise, wie YouTube Aufrufe bei Shorts zählt. Zum 31. März ändern sich die Definitionen grundlegend, was zu einer sogenannten „Inflation“ der Aufrufzahlen führen wird.

Von „Aufrufen“ zu „Engaged Views“

Bisher wurden Shorts-Aufrufe bereits dann gezählt, wenn das Video lief – selbst wenn dies im Hintergrund geschah (beispielsweise, wenn ein Nutzer eingeschlafen ist und das Video in einer Schleife weiterläuft). Diese Art der Zählung wird nun als „Engaged View“ bezeichnet.

Parallel dazu führt YouTube eine neue, lockerere Definition für „Shorts-Aufrufe“ ein. Der Grund für diesen Schritt sind Beschwerden von Creatorn, die festgestellt haben, dass sie auf konkurrierenden Plattformen oft höhere Aufrufzahlen erzielen. Um hier konkurrenzfähig zu wirken, passt YouTube die Zählung so an, dass die angezeigten Zahlen steigen.

Auswirkungen auf Partnerprogramm und Auszahlungen

Trotz der steigenden Gesamtzahlen bei den Shorts-Aufrufen gibt es eine wichtige Entwarnung: Die finanziellen und administrativen Aspekte bleiben stabil.

  • Partneranforderungen: Die Kriterien für den Eintritt in das YouTube-Partnerprogramm basieren weiterhin auf den Engaged Views.
  • Auszahlungen: Der Anteil aus dem YouTube Ads Topf für Shorts wird ebenfalls nicht durch die neuen, inflatierten Aufrufzahlen beeinflusst.
  • Longform & Streams: Die Zählkriterien für klassische Videos und Live-Streams bleiben unverändert bei den Engaged Views.

Analyse: Warum die „Inflation“ der Zahlen problematisch sein kann

Obwohl höhere Zahlen auf den ersten Blick positiv wirken, bringt diese Änderung Herausforderungen mit sich. Wenn man die Daten von Creator Insider betrachtet, wird das Ausmaß deutlich: In einem Beispiel lagen die reinen Aufrufe bei etwa 23.000 bis 24.000, während die tatsächlichen Engaged Views nur bei ca. 15.000 lagen. Das ist eine Differenz von fast 50 %.

Risiken in der Kommunikation mit Unternehmen

Diese Diskrepanz kann zu Problemen führen, wenn du Sponsoring-Deals oder Kooperationen mit Firmen verhandelst. Wenn du eine Reichweite präsentierst, die auf den neuen, inflatierten Shorts-Aufrufen basiert, die tatsächliche Interaktion (die Engaged Views) aber deutlich geringer ist, sinkt der effektive Wert eines Aufrufs.

Es besteht die Gefahr, dass Creator in eine schlechtere Verhandlungsposition geraten, da die „echte“ Reichweite hinter den glänzenden Zahlen verschwindet. Zudem verschiebt dies ein bestehendes Problem: Während bereits jetzt die Wiedergabezeit von Shorts nicht zu den Longform-Stunden für das Partnerprogramm zählt, wird nun auch bei den Aufrufen eine Trennung zwischen „Zahl für die Optik“ und „Zahl für die Monetarisierung/Qualifikation“ geschaffen.

Experiment: Push-Benachrichtigungen unter der Lupe

Abschließend gibt es ein aktuelles Experiment von YouTube, das derzeit mit einer kleinen Gruppe von Zuschauern getestet wird. Hierbei geht es um die Ausspielung von Push-Benachrichtigungen.

Filterung inaktiver Zuschauer

Das Experiment sieht vor, dass Nutzer keine aktive Push-Benachrichtigung mehr auf ihr Smartphone erhalten, wenn sie über einen längeren Zeitraum nicht mit einem bestimmten Kanal interagiert haben. Die Benachrichtigung wird zwar technisch gesehen weiterhin gesendet, aber sie erscheint nicht als Pop-up. Der Nutzer muss die YouTube-App aktiv öffnen und in den Benachrichtigungen nachsehen, um zu sehen, dass ein neues Video hochgeladen wurde.

Es gibt jedoch zwei wichtige Ausnahmen:

  1. Interaktions-Signal: Wenn ein Nutzer eine solche passive Benachrichtigung sieht (z. B. „K Media hat ein Video hochgeladen“) und darauf klickt oder angibt, es sich später anzusehen, merkt sich YouTube dies. In diesem Fall werden weiterhin aktive Push-Benachrichtigungen gesendet.
  2. Seltene Uploads: Kanäle, die nur sehr selten Videos hochladen, werden von diesem Filter anscheinend nicht betroffen. Diese Nutzer erhalten weiterhin ihre Benachrichtigungen, sofern sie die Glocke aktiviert haben.

Offene Fragen zur Frequenz

YouTube hat bisher nicht definiert, ab welchem Punkt ein Creator als „selten hochladend“ oder im Gegenteil als „Spammer“ eingestuft wird, was zu Interpretationsspielraum führt. Es bleibt spannend zu beobachten, ob dies die Aufrufzahlen je nach Upload-Frequenz (täglich vs. monatlich) unterschiedlich beeinflusst.

Wer die Glocke aktiviert hat und regelmäßig interagiert, muss sich derzeit keine Sorgen machen – doch für Creator, die eine eher passive Community haben, könnte dieses Experiment die initiale Reichweite neuer Videos beeinflussen.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, lohnt es sich, regelmäßig die neuesten YouTube-Updates zu verfolgen und die eigenen Analytics genau im Auge zu behalten.

Originaltranskript

Transkript

Wenn ihr als Creator eine Liste eurer Abonnenten sehen wollt, war dies bisher nur im YouTube Studio Desktop möglich. Seit dieser Woche gibt es eine neue Funktion, die jedoch noch nicht für alle verfügbar ist: Creator können nun auch in der YouTube-App auf ihrer Kanalseite einsehen, wer sie abonniert hat. Dafür müssen mindestens vier Abonnenten vorhanden sein, und diese müssen ihre Privatsphäre-Einstellungen so konfiguriert haben, dass ihre Abonnements öffentlich angezeigt werden – das ist wichtig, da sonst diese Abonnenten nicht in der Liste erscheinen. Dies war auch im YouTube Studio Desktop nicht der Fall. Wichtig zu beachten: Ihr könnt nur eure eigene Liste einsehen, nicht die von anderen Creator.

Im YouTube Studio Mobile gibt es ein kleines Update bezüglich Analytics und dem Header. Dort soll eine klarere Unterscheidung zwischen Kanalanalysen und Videoanalysen gemacht werden, indem das Vorschaubild oben eingeblendet wird. Dies ist eine nette Funktion, um sich nicht zu verirren und sicherzustellen, dass man die richtigen Analysen ansieht – ob Kanal- oder Videoanalysen. Normalerweise sollte man auch wissen, was man gerade betrachtet, da es in der Regel deutliche Unterschiede in den Aufrufzahlen und anderen Metriken gibt. Im Prinzip bin ich für Transparenz und eine einfache Bedienung, und wenn man sieht, wo man sich befindet, ist das sicherlich sinnvoll.

Kommen wir zu YouTube Live: Die “Take a Break”-Funktion ist nun vollständig ausgerollt. Als kurze Erinnerung: Ihr könnt über YouTube eine Stream-Pause einlegen, die entweder 3 oder 5 Minuten dauert. Während dieser Pause wird entweder ein YouTube-Countdown angezeigt oder ein von euch festgelegtes Video. Wichtig ist, dass während dieser Pause Werbeplätze angeboten werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie auch ausgespielt werden. YouTube Premium-Nutzer erhalten natürlich keine Werbung. Die Wahrscheinlichkeit, eine Werbung zu sehen, hängt von der sogenannten Werbesättigung ab. Wenn ihr gerade in den Stream eingestiegen seid und bereits eine Pre-Roll-Werbung gesehen habt, werdet ihr wahrscheinlich eher das Video sehen als eine weitere Werbung.

Am 31. März ändern sich die Definitionen für Shorts-Aufrufe. Was bisher als Shorts-Aufruf galt, wird in Zukunft als “Engaged View” bezeichnet, und es gibt eine neue Definition für Shorts-Aufrufe. Bisher zählten Aufrufe, auch wenn der Short im Hintergrund weiterlief, während ihr eingeschlafen seid – jedes Mal wurde ein Aufruf gezählt. Dies führte zu sehr hohen Zahlen. Die Änderung erfolgt, weil sich Creator beschwert haben, dass sie auf anderen Plattformen mehr Aufrufe erzielen. Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Definition eines Aufrufs auf diesen Plattformen. Nun passt YouTube die Zählung an, um den Creator größere Zahlen zu präsentieren, die jedoch effektiv weniger wert sind. Dies kann zu Schwierigkeiten bei Verhandlungen mit Unternehmen führen, da die tatsächliche Reichweite geringer ist als die angezeigte Zahl.

Wichtig: Die Partneranforderungen bleiben von dieser Änderung unberührt. Sie basieren weiterhin auf Engaged Views, und auch die Auszahlung aus dem YouTube Ads Topf für Shorts bleibt davon unbeeinflusst. Aufrufe von Videos und Streams folgen weiterhin den Kriterien der Engaged Views. Es wird lediglich eine Inflation bei Shorts-Aufrufen geben.

Die Auswirkungen der neuen YouTube-Algorithmusänderungen

Wie bereits erwähnt, werden die unmittelbaren Folgen dieser Inflation eine Verzerrung der Aufrufzahlen bei YouTube Shorts sein. In einem Beispiel von Creator Insider haben wir einen Unterschied von fast 50 % mehr Aufrufen gesehen: Während die Aufrufe bei 23-24.000 lagen, waren es bei den engaged views nur etwa 15.000. Ich habe euch die Grafik dazu eingeblendet.

Meine persönliche Einschätzung ist, dass größere Aufrufzahlen eine Entwertung der Shorts-Aufrufe darstellen und zu Kommunikationsproblemen führen werden, insbesondere wenn es um die Anforderungen für das YouTube Partnerprogramm geht. Diese Probleme sind bereits jetzt sichtbar, wenn es um die Berechnung der Wiedergabezeit von Shorts geht, die nicht zu den Longform-Wiedergabezeiten gezählt wird. Nun hat man zwar eine viel höhere Anzahl an YouTube-Shorts-Aufrufen, aber nur die engaged views zählen. Das verschiebt das Problem meiner Meinung nach nur von A nach B. Ich habe das Gefühl, dass Creator dadurch in einer schlechteren Verhandlungsposition mit Firmen stehen.

Ein aktuelles Experiment: Push-Benachrichtigungen

Aktuell gibt es ein Experiment, das seit drei Tagen läuft: Eine kleine Gruppe von Zuschauern erhält keine Push-Benachrichtigungen mehr, wenn sie längere Zeit nicht mit einem Kanal interagiert haben. Die Benachrichtigung wird zwar immer noch gesendet, aber man muss sie sich aktiv abholen, indem man die YouTube-App öffnet und auf die Benachrichtigung klickt. Wenn man beispielsweise auf “K Media hat ein Video hochgeladen” tippt und angibt, dass man es sich später ansehen möchte, merkt sich YouTube das und sendet weiterhin Push-Benachrichtigungen.

Wichtig ist: Wenn ein Kanal sehr selten Videos hochlädt, erhält man auf jeden Fall eine Push-Benachrichtigung, sofern die Funktion aktiviert ist. Man wird nicht herausgefiltert. Der Cutoff-Punkt, ab wann man als “selten hochladender” oder “Spammer” gilt, wurde jedoch nicht angegeben, was wieder Raum für Interpretationen lässt. Es wäre interessant zu erfahren, ob es Unterschiede bei den Aufrufzahlen durch Push-Benachrichtigungen gibt, je nachdem, wie oft ein Kanal hochlädt - ob täglich, wöchentlich oder nur monatlich.

Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen und Zahlen teilt. Nutzt ihr die Push-Benachrichtigungen aktiv? Habt ihr unseren Kanal abonniert und die Glocke aktiviert, um Benachrichtigungen zu erhalten? Lasst uns darüber diskutieren! Ich freue mich auf eure Kommentare und bis nächste Woche zu weiteren YouTube-Updates. Bis dann, macht’s gut!

Bist du verwirrt von den neuesten YouTube-Updates? Besuche unsere Creator Support und Beratung, um mehr über die neuen Funktionen wie die Abonnentenliste, Shorts-Ansichten und die „Pause machen“-Funktion in Live-Streams zu erfahren, oder kontaktiere unten unseren Experten.

Martin Koytek

Geschrieben von

Martin Koytek

Managing Director

Produzent der kw.media YouTube-Tutorials und Ansprechpartner für YouTube-Beratung, Kurse und Creator-Support.

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  • YouTube Product Expert