YouTube-Updates: Abonnentenliste, Shorts-Ansichten und „Pause machen“
Neue Funktion für Creator: Abonnenten nun in YouTube-App sichtbar. Anpassungen bei Shorts-Aufrufen & vollständige "Pause machen"-Funktion in Live-Streams.
Transkript
Wenn ihr als Creator eine Liste eurer Abonnenten sehen wollt, war dies bisher nur im YouTube Studio Desktop möglich. Seit dieser Woche gibt es eine neue Funktion, die jedoch noch nicht für alle verfügbar ist: Creator können nun auch in der YouTube-App auf ihrer Kanalseite einsehen, wer sie abonniert hat. Dafür müssen mindestens vier Abonnenten vorhanden sein, und diese müssen ihre Privatsphäre-Einstellungen so konfiguriert haben, dass ihre Abonnements öffentlich angezeigt werden – das ist wichtig, da sonst diese Abonnenten nicht in der Liste erscheinen. Dies war auch im YouTube Studio Desktop nicht der Fall. Wichtig zu beachten: Ihr könnt nur eure eigene Liste einsehen, nicht die von anderen Creator.
Im YouTube Studio Mobile gibt es ein kleines Update bezüglich Analytics und dem Header. Dort soll eine klarere Unterscheidung zwischen Kanalanalysen und Videoanalysen gemacht werden, indem das Vorschaubild oben eingeblendet wird. Dies ist eine nette Funktion, um sich nicht zu verirren und sicherzustellen, dass man die richtigen Analysen ansieht – ob Kanal- oder Videoanalysen. Normalerweise sollte man auch wissen, was man gerade betrachtet, da es in der Regel deutliche Unterschiede in den Aufrufzahlen und anderen Metriken gibt. Im Prinzip bin ich für Transparenz und eine einfache Bedienung, und wenn man sieht, wo man sich befindet, ist das sicherlich sinnvoll.
Kommen wir zu YouTube Live: Die “Take a Break”-Funktion ist nun vollständig ausgerollt. Als kurze Erinnerung: Ihr könnt über YouTube eine Stream-Pause einlegen, die entweder 3 oder 5 Minuten dauert. Während dieser Pause wird entweder ein YouTube-Countdown angezeigt oder ein von euch festgelegtes Video. Wichtig ist, dass während dieser Pause Werbeplätze angeboten werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie auch ausgespielt werden. YouTube Premium-Nutzer erhalten natürlich keine Werbung. Die Wahrscheinlichkeit, eine Werbung zu sehen, hängt von der sogenannten Werbesättigung ab. Wenn ihr gerade in den Stream eingestiegen seid und bereits eine Pre-Roll-Werbung gesehen habt, werdet ihr wahrscheinlich eher das Video sehen als eine weitere Werbung.
Am 31. März ändern sich die Definitionen für Shorts-Aufrufe. Was bisher als Shorts-Aufruf galt, wird in Zukunft als “Engaged View” bezeichnet, und es gibt eine neue Definition für Shorts-Aufrufe. Bisher zählten Aufrufe, auch wenn der Short im Hintergrund weiterlief, während ihr eingeschlafen seid – jedes Mal wurde ein Aufruf gezählt. Dies führte zu sehr hohen Zahlen. Die Änderung erfolgt, weil sich Creator beschwert haben, dass sie auf anderen Plattformen mehr Aufrufe erzielen. Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Definition eines Aufrufs auf diesen Plattformen. Nun passt YouTube die Zählung an, um den Creator größere Zahlen zu präsentieren, die jedoch effektiv weniger wert sind. Dies kann zu Schwierigkeiten bei Verhandlungen mit Unternehmen führen, da die tatsächliche Reichweite geringer ist als die angezeigte Zahl.
Wichtig: Die Partneranforderungen bleiben von dieser Änderung unberührt. Sie basieren weiterhin auf Engaged Views, und auch die Auszahlung aus dem YouTube Ads Topf für Shorts bleibt davon unbeeinflusst. Aufrufe von Videos und Streams folgen weiterhin den Kriterien der Engaged Views. Es wird lediglich eine Inflation bei Shorts-Aufrufen geben.
Die Auswirkungen der neuen YouTube-Algorithmusänderungen
Wie bereits erwähnt, werden die unmittelbaren Folgen dieser Inflation eine Verzerrung der Aufrufzahlen bei YouTube Shorts sein. In einem Beispiel von Creator Insider haben wir einen Unterschied von fast 50 % mehr Aufrufen gesehen: Während die Aufrufe bei 23-24.000 lagen, waren es bei den engaged views nur etwa 15.000. Ich habe euch die Grafik dazu eingeblendet.
Meine persönliche Einschätzung ist, dass größere Aufrufzahlen eine Entwertung der Shorts-Aufrufe darstellen und zu Kommunikationsproblemen führen werden, insbesondere wenn es um die Anforderungen für das YouTube Partnerprogramm geht. Diese Probleme sind bereits jetzt sichtbar, wenn es um die Berechnung der Wiedergabezeit von Shorts geht, die nicht zu den Longform-Wiedergabezeiten gezählt wird. Nun hat man zwar eine viel höhere Anzahl an YouTube-Shorts-Aufrufen, aber nur die engaged views zählen. Das verschiebt das Problem meiner Meinung nach nur von A nach B. Ich habe das Gefühl, dass Creator dadurch in einer schlechteren Verhandlungsposition mit Firmen stehen.
Ein aktuelles Experiment: Push-Benachrichtigungen
Aktuell gibt es ein Experiment, das seit drei Tagen läuft: Eine kleine Gruppe von Zuschauern erhält keine Push-Benachrichtigungen mehr, wenn sie längere Zeit nicht mit einem Kanal interagiert haben. Die Benachrichtigung wird zwar immer noch gesendet, aber man muss sie sich aktiv abholen, indem man die YouTube-App öffnet und auf die Benachrichtigung klickt. Wenn man beispielsweise auf “K Media hat ein Video hochgeladen” tippt und angibt, dass man es sich später ansehen möchte, merkt sich YouTube das und sendet weiterhin Push-Benachrichtigungen.
Wichtig ist: Wenn ein Kanal sehr selten Videos hochlädt, erhält man auf jeden Fall eine Push-Benachrichtigung, sofern die Funktion aktiviert ist. Man wird nicht herausgefiltert. Der Cutoff-Punkt, ab wann man als “selten hochladender” oder “Spammer” gilt, wurde jedoch nicht angegeben, was wieder Raum für Interpretationen lässt. Es wäre interessant zu erfahren, ob es Unterschiede bei den Aufrufzahlen durch Push-Benachrichtigungen gibt, je nachdem, wie oft ein Kanal hochlädt - ob täglich, wöchentlich oder nur monatlich.
Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen und Zahlen teilt. Nutzt ihr die Push-Benachrichtigungen aktiv? Habt ihr unseren Kanal abonniert und die Glocke aktiviert, um Benachrichtigungen zu erhalten? Lasst uns darüber diskutieren! Ich freue mich auf eure Kommentare und bis nächste Woche zu weiteren YouTube-Updates. Bis dann, macht’s gut!
