STOP Multiformat-Streaming (bis dies behoben ist) | Creator News

Obwohl die Multi-Aspekt-Streaming-Funktion nun eine Doppelaufnahme für vertikale und horizontale Live-Streams bietet, sollten Sie vorerst vorsichtig damit umgehen. Wir haben erste Daten von unserer Community erhalten,...

Vorsicht bei Multi-Aspekt-Streaming: Warum du aktuell lieber warten solltest

YouTube hat mit der Multi-Aspekt-Streaming-Funktion ein mächtiges Werkzeug eingeführt, das eine sogenannte Doppel-Ingestion ermöglicht. Das bedeutet, dass Creator nun gleichzeitig vertikale und horizontale Live-Streams senden können, um verschiedene Zielgruppen auf einer Plattform zu bedienen. Doch so verlockend diese Effizienzsteigerung klingt, raten wir dir derzeit zur Vorsicht.

Erste Daten aus unserer Community zeigen, dass die Implementierung in der Praxis noch nicht reibungslos funktioniert und sogar negative Auswirkungen auf die Reichweite haben kann. Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das Risiko: Ein Creator, der mit einem rein vertikalen Stream normalerweise einen Durchschnitt von 1.000 Zuschauern pro Stunde erreicht, verzeichnete mit dem neuen Dual-System einen massiven Einbruch auf lediglich 238 Zuschauer. Besonders alarmierend ist dabei die Herkunft des Traffics: Nur 6 % dieser Zuschauer stammten aus dem Shorts-Feed.

Das Problem mit dem Algorithmus

Wenn man diese Zahlen analysiert, stellt sich die Frage, ob der Rückgang lediglich an einem erhöhten Wettbewerb liegt, da nun mehr Creator Zugriff auf die Funktion haben. Die geringe Quote von 6 % im Shorts-Feed deutet jedoch auf ein tieferliegendes technisches oder algorithmisches Problem hin. Es scheint, als würden die YouTube-Algorithmen diese Dual-Streams derzeit wie Standard-horizontale Streams behandeln.

Das hat zur Folge, dass sie im vertikalen Feed nicht priorisiert werden. In der Community wurde dies treffend mit dem Versuch beschrieben, einen „Bulldoggen mit einem Nashorn zu kreuzen“ – zwei unterschiedliche Formate sollen in einem Stream verschmelzen, doch das System weiß aktuell nicht, wie es dieses Hybrid-Format optimal ausspielen soll. Solange YouTube hier keine Updates liefert, ist es ratsam, die Funktion nur mit Bedacht einzusetzen oder ganz darauf zu verzichten, um deine bestehenden Reichweiten nicht zu gefährden.

Neue Tools für vertikale Streams und Kollaborationen

Trotz der Probleme beim Multi-Streaming gibt es positive Entwicklungen in der YouTube-App. Für alle, die ihre Präsenz im vertikalen Format ausbauen wollen, hat YouTube einen Übungsmodus für vertikale Live-Streams eingeführt. Dies ermöglicht es dir, deine Setups zu testen und dich mit dem Format vertraut zu machen, ohne sofort live vor deinem gesamten Publikum zu stehen.

Ein weiteres Update betrifft die Zusammenarbeit zwischen Creatorn. YouTube hat die Grenze für Video-Kollaborationen von bisher fünf auf nun zehn Personen erhöht. Diese Erweiterung eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Content-Formate, insbesondere im Gaming-Bereich oder bei Diskussionsrunden, wo größere Gruppen dynamischere Interaktionen ermöglichen. Falls du bereits unser Kollab-Tutorial gesehen hast, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, die dort besprochenen Do’s und Don’ts in 10-Spieler-Lobbys zu testen.

Networking direkt in YouTube Studio: Die Einführung von DMs

Ein bedeutender Schritt in Richtung einer integrierten Creator-Plattform ist das leise Rollout von Direct Messages (DMs) innerhalb der YouTube Studio-App. Bisher war die Kommunikation zwischen Creatorn oft mühsam und erforderte den Austausch von E-Mail-Adressen oder das Versenden externer Einladungslinks.

Aktueller Status der Nachrichtenfunktion

Derzeit ist die Funktion noch in einem Übergangsstadium:

  • Es gibt bereits einen dedizierten Anfrageordner in YouTube Studio, um Nachrichten zu sichten.
  • Die eigentliche Antwort auf diese Nachrichten muss jedoch momentan noch über die Haupt-App erfolgen.

Dies deutet darauf hin, dass YouTube das Networking direkt auf der Plattform professionalisieren möchte. Dennoch gibt es hier wichtige strategische Überlegungen für dich als Creator.

Warum du trotzdem eine E-Mail-Liste brauchst

Auch wenn DMs die Zusammenarbeit erleichtern, solltest du deine E-Mail-Liste unbedingt als Backup beibehalten. Die Historie von YouTube zeigt, dass Funktionen kommen und gehen können; in der Vergangenheit wurden Messaging-Tools entfernt, was zu einem totalen Datenverlust führte.

Wer ein nachhaltiges Business aufbauen möchte, darf sich nicht allein auf die Infrastruktur einer einzigen Plattform verlassen. Ein eigener Kommunikationskanal ist die einzige Versicherung gegen plötzliche Plattformänderungen oder Account-Probleme. Zudem gibt es eine rechtliche Hürde: Die YouTube-DMs stehen nur Creatorn ab 18 Jahren zur Verfügung, was je nach Zielgruppe und Teamzusammensetzung eine Lücke im Datenschutz und in der Erreichbarkeit schaffen kann.

Die harte Realität der Sichtbarkeit: CPMs und „Totes Gewicht“

Während die technischen Tools verbessert werden, gibt es auch ernüchternde Einblicke in die wirtschaftlichen Mechanismen hinter den Plattformen. Der ehemalige CPO von Twitch hat kürzlich interne Konflikte über Feed-Impressionen offengelegt, die ein kritisches Licht auf kleine Streamer werfen.

Laut diesen internen Ansichten gelten Streams mit weniger als 1.000 gleichzeitigen Zuschauern (Concurrent Viewers, CCVs) als „totes Gewicht“. Der Grund hierfür ist rein finanziell: Die Unterhaltungsindustrie orientiert sich an CPMs (Cost per Mille), also den Werberaten pro 1.000 Zuschauer. Wenn ein Stream diese Schwelle nicht erreicht, ist er für große Werbepartner oft uninteressant, was wiederum die Sichtbarkeit im Feed beeinflussen kann.

Die Kategorisierung durch Google

Diese Tendenz spiegelt sich auch bei YouTube wider. Ein Marketing-Playbook von Google kategorisiert Creator für Werbekampagnen in drei Stufen:

  1. Mikro-Creator: 1.000 bis 10.000 Abonnenten.
  2. Media-Creator: 10.000 bis 100.000 Abonnenten.
  3. Macro-Creator: Über 100.000 Abonnenten.

Auffällig ist, dass Creator mit weniger als 1.000 Abonnenten in dieser Liste gar nicht erst auftauchen. Das bedeutet faktisch, dass man für große Sponsoren und automatisierte Werbekampagnen weitgehend unsichtbar ist, bis die erste Tausender-Marke geknackt wird.

Tipp für Gaming-Creator: Lass dich davon nicht entmutigen. Während die großen Agenturen erst ab 1.000 Abonnenten zuschauen, gibt es für kleinere Creator hervorragende Alternativen. Plattformen wie Lurkit oder Keymailer ermöglichen es dir, direkt mit Indie-Entwicklern und Publishern in Kontakt zu treten, die oft mehr Wert auf Nischen-Expertise als auf reine Masse legen.

Datenschutz und KI: Die Gefahr des Auto-Opt-ins bei Twitch

Ein kritisches Thema ist derzeit der Umgang mit generativer KI. Es gibt Hinweise darauf, dass Twitch den Content kleinerer Streamer nutzt, um KI-Modelle zu trainieren. Besonders problematisch ist hierbei die geplante Einführung einer automatischen Opt-in-Funktion. Das bedeutet, dass du standardmäßig zustimmst, deine Inhalte für das KI-Training zur Verfügung zu stellen, sobald die Funktion startet.

Wir empfehlen dir dringend, deine Einstellungen regelmäßig zu überprüfen. Wenn du keine entsprechende Entschädigung für die Nutzung deiner Daten erhältst, solltest du die KI-Schulung in den Optionen deaktivieren.

Ausblick: KI-Labels und EU-Recht

Abschließend ein Update zum Thema KI-Labels in der Europäischen Union. Viele von euch haben Fragen dazu, wie YouTube mit den EO-Deklarationsregeln (Early Output/AI Disclosure) umgeht und ob diese mit dem aktuellen EU-Recht vereinbar sind.

Wir warten derzeit noch auf offizielle Antworten von YouTube zu diesen spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen. Sobald uns die notwendigen Informationen vorliegen, werden wir ein detailliertes Video dazu produzieren. Bis dahin seid ihr herzlich eingeladen, eure konkreten Fragen zu den KI-Labels in den Kommentaren zu teilen, damit wir sie direkt in die kommende Analyse einfließen lassen können.

Originaltranskript

Transkript

Obwohl die Multi-Aspekt-Streaming-Funktion nun eine Doppel-Ingestion für vertikale und horizontale Live-Streams bietet, solltet ihr sie vorerst vorsichtig nutzen. Wir haben erste Daten von unserer Community erhalten, und leider sind diese nicht vielversprechend. Einer unserer Creator, der normalerweise einen Durchschnitt von 1.000 Zuschauern pro Stunde bei einem eigenständigen vertikalen Stream erreicht, verzeichnete mit dem neuen Dual-System einen starken Rückgang auf 238 Zuschauer, wobei nur 6 % dieser Zuschauer aus dem Shorts-Feed stammten.

Allerdings müssen wir dies im Kontext betrachten. Ist der Rückgang ausschließlich auf den erhöhten Wettbewerb zurückzuführen, da nun mehr Benutzer Zugriff auf die Funktion haben? Möglicherweise, aber das Verhältnis von 6 % deutet auf ein separates Problem hin. Es legt stark nahe, dass YouTube-Algorithmen diese Dual-Streams derzeit als Standard-horizontale Streams behandeln und sie im vertikalen Feed nicht priorisieren. Wie einer unserer Community-Mitglieder es ausdrückte, versuchen sie, einen “Bulldoggen mit einem Nashorn zu kreuzen”. Behaltet das Multi-Aspekt-Streaming im Auge, wartet aber auf erste Updates.

Positiv zu erwähnen ist, dass die YouTube-App einen Übungsmodus für vertikale Live-Streams eingeführt hat. In Bezug auf Kollaborationen hat YouTube die Grenze für Video-Kollaborationen von fünf auf zehn Personen erhöht. Eine schnelle Frage an euch: Habt ihr einige unserer Do’s und Don’ts aus dem jüngsten Kollab-Tutorial umgesetzt? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren; ich bin neugierig, wie sich 10-Spieler-Lobbys für eure Videos entwickeln.

Bezüglich Kollaborationen rollt YouTube leise Direct Messages (DMs) innerhalb der YouTube Studio-App aus. Derzeit müsst ihr auf diese Nachrichten immer noch über die Haupt-App antworten, aber es gibt einen dedizierten Anfrageordner. Dies deutet darauf hin, dass das direkte Networking direkt auf der Plattform bald möglich sein wird, anstatt nach E-Mail-Adressen zu suchen oder Einladungslinks zu teilen.

Dennoch ist es ratsam, eure E-Mail-Liste als Backup beizubehalten, da die Lebensdauer von YouTube-DMs unsicher ist. Sie wurden in der Vergangenheit entfernt, was zu Datenverlust führte. Es ist wichtig, mehrere Kommunikationskanäle zu haben, um ein Unternehmen aufzubauen, das länger besteht als seine Plattform. Denkt auch daran, dass ihr 18 Jahre alt sein müsst, um YouTube-DMs zu nutzen, was eine potenzielle Lücke im Datenschutz schafft.

Während YouTube seine Networking-Tools verbessert, enthüllte der ehemalige CPO von Twitch kürzlich interne Konflikte über Feed-Impressionen. Er teilte ein markantes Zitat, das viele von uns bereits vermutet hatten: Bei Twitch gelten Streams mit weniger als 1.000 gleichzeitigen Zuschauern (CCVs) als “totes Gewicht”. Dies liegt daran, dass die Unterhaltungsindustrie auf CPMs (Cost per Mille) oder Werberaten pro 1.000 Zuschauer basiert.

Dies deckt sich mit einem YouTube-Creator-Marketing-Playbook, das ich diese Woche auf LinkedIn entdeckt habe. Google kategorisiert Creator für Werbekampagnen in drei Stufen: Mikro-Creator (1-10K Abonnenten), Media-Creator (10K-100K) und Macro-Creator (100K+). Auffällig ist, dass Creator mit weniger als 1.000 Abonnenten nicht erwähnt werden, was darauf hindeutet, dass sie für Sponsoren weitgehend unsichtbar sind.

Lasst euch davon jedoch nicht entmutigen, besonders im Gaming-Bereich, da es zahlreiche Möglichkeiten gibt, mit Indie-Entwicklern und Publishern über Plattformen wie Lurkit oder Keymailer zusammenzuarbeiten. Zurück zu Twitch: Die Plattform scheint den Inhalt kleiner Streamer für die Schulung generativer KI zu nutzen, wobei eine automatische Opt-in-Funktion eingeführt wird, sobald die Funktion startet. Wenn dies der Fall ist, überprüft unbedingt eure Einstellungen und deaktiviert die KI-Schulung, wenn ihr nicht entschädigt werdet.

Als letzte Aktualisierung aus der letzten Woche: Wir wollten eure Fragen in einem Video zu KI-Labels in der EU aufnehmen, aber wir warten noch auf offizielle Antworten von YouTube zu den EO-Deklarationsregeln und ihrer Übereinstimmung mit dem EU-Recht. Ich werde das Video erstellen, sobald ich die notwendigen Informationen habe. Bis dahin könnt ihr gerne Fragen zu KI-Labels in den Kommentaren teilen, und ich werde sie in das Video einfließen lassen, sobald es produziert ist. Abonniert für wöchentliche Creator-News, bis zum nächsten Mal!

Du bist unsicher, wie du mit der neuen Multi-Aspekt-Streaming-Funktion umgehen sollst? Auf unserer Creator Support und Beratung findest du weitere Informationen und Unterstützung für deine YouTube-Strategie, oder kontaktiere unten unseren Experten.

Martin Koytek

Geschrieben von

Martin Koytek

Managing Director

Produzent der kw.media YouTube-Tutorials und Ansprechpartner für YouTube-Beratung, Kurse und Creator-Support.

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