DARUM verdienst du mehr auf YouTube als auf Twitch | Einnahmen Vergleich

Vergleicht digitale Einnahmen auf YouTube und Twitch und rechnet vor, wie viel Creator nach Gebühren tatsächlich erhalten.

Wie viel bleibt wirklich übrig? YouTube vs. Twitch im Einnahmenvergleich

Wenn ein Zuschauer eine digitale Transaktion tätigt – sei es durch ein Abo oder eine Spende –, sieht das auf den ersten Blick nach einem einfachen Betrag aus. Doch zwischen dem Klick des Nutzers und dem Geld auf deinem Konto liegt ein komplexer Prozess aus Abzügen. Für dich als Creator ist es entscheidend zu verstehen, wie viel von diesem Bruttobetrag tatsächlich als Netto-Einkommen bei dir ankommt.

In diesem Vergleich schauen wir uns an, wie YouTube und Twitch ihre Gebührenstrukturen handhaben und wo die größten Unterschiede liegen. Dabei betrachten wir den gesamten Weg des Geldes: vom Bruttopreis über die Mehrwertsteuer und App-Store-Gebühren bis hin zum Plattformanteil und der Einkommensteuer.

Die Logik hinter den Abzügen: Der Weg vom Brutto zum Netto

Bevor wir in die Details der Plattformen einsteigen, ist es wichtig, das Prinzip der Abrechnung zu verstehen. Unabhängig von der gewählten Plattform folgt die Kalkulation fast immer demselben Schema. Man kann es sich wie eine Kaskade vorstellen, bei der in jeder Stufe ein Teil des Geldes abgezogen wird:

  1. Bruttopreis: Das ist der Betrag, den der Nutzer im Store oder auf der Webseite sieht und bezahlt.
  2. Mehrwertsteuer: Zuerst werden die gesetzlichen Steuern abgezogen.
  3. App-Store-Gebühren: Falls die Zahlung über eine mobile App (insbesondere iOS) erfolgt, verlangen Apple oder Google einen Anteil für die Bereitstellung der Zahlungsabwicklung.
  4. Plattformanteil: YouTube oder Twitch behalten einen Teil der verbleibenden Summe als Gebühr für ihre Infrastruktur und Dienste ein.
  5. Einkommensteuer: Der Betrag, der nun bei dir ankommt, ist steuerpflichtiges Einkommen. Hier musst du deine individuellen Steuern berücksichtigen (hilfreich ist hier beispielsweise der BMF-Steuerrechner).

Erst nach all diesen Schritten bleibt der tatsächliche Nettoanteil übrig, den du effektiv verwenden kannst.

Monetarisierung auf YouTube: Effizienz durch Ökosysteme

Auf YouTube konzentrieren sich die digitalen Transaktionen primär auf zwei Bereiche: die sogenannten Super-Funktionen (Super Chat, Super Sticker und Super Thanks) sowie bezahlte Kanalmitgliedschaften. Da beide Mechanismen demselben Abrechnungsprinzip folgen, lässt sich ihre Effizienz gemeinsam bewerten.

Ein entscheidender Faktor bei YouTube ist das verwendete Endgerät des Nutzers. Wenn deine Community über den Desktop oder Android-Geräte zahlt, ist der Nettoanteil für dich als Creator besonders attraktiv. Der Grund liegt im Google-Ökosystem: Da Android zu Google gehört, entfallen hier die zusätzlichen App-Store-Gebühren, die bei anderen mobilen Systemen anfallen.

Kritisch wird es hingegen bei iOS. Wenn Nutzer über ein iPhone oder iPad bezahlen, greift Apple mit einer In-App-Zahlungsgebühr ein. Das bedeutet: Obwohl der Nutzer vielleicht den gleichen Betrag zahlt, kommt bei dir weniger Geld an, weil Apple einen Teil des Kuchens beansprucht.

Monetarisierung auf Twitch: Abonnements und Bits

Bei Twitch ist die Situation differenzierter, da hier zwei grundlegend unterschiedliche Systeme existieren: Abonnements (Subs) und Bits.

Abonnements

Twitch-Abos sind für viele Creator eine wichtige Säule, aber finanziell oft weniger effizient als YouTube-Mitgliedschaften. Schon bei Desktop-Abos ist der Nettoanteil tendenziell geringer. Besonders ungünstig sind mobile Abonnements: Hier kommen nicht nur die App-Store-Gebühren hinzu, sondern oft auch höhere Preise für den Nutzer, was das Verhältnis zwischen Aufwand des Zuschauers und Ertrag des Creators verschlechtert.

Bits

Bits funktionieren nach einer anderen Logik. Während bei Abos ein prozentualer Anteil geteilt wird, erhältst du als Creator pro Bit einen festen Betrag. Die Variable ist hier der Einkaufspreis für den Nutzer. Je nachdem, welches Paket gekauft wird und über welches Gerät die Transaktion läuft, variiert der Preis pro Bit.

Interessanterweise können Bits in bestimmten Konstellationen effizienter sein als mobile Abos. Vor allem große Bit-Pakete, die über den Desktop bezogen werden, bieten ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis für den Nutzer und einen stabilen Ertrag für dich.

Strategische Schlussfolgerungen für Creator

Wenn du deine Monetarisierungsstrategie festlegst, solltest du nicht nur auf die Funktionen schauen, sondern auch darauf, wie deine Community konsumiert.

Die Wahl der Plattform:

  • Für den Aufbau von langfristigen Mitgliedschaften und einer regelmäßigen finanziellen Unterstützung ist YouTube aufgrund der Gebührenstruktur oft die attraktivere Wahl.
  • Bei kurzfristigen Einmalzahlungen können Twitch Bits konkurrenzfähig sein, sofern die Nutzer nicht ausschließlich über mobile Apps kaufen.

Die Rolle der Hardware: Eine “Mobile-First”-Community kann für dich finanziell bedeuten, dass ein signifikanter Teil deiner potenziellen Einnahmen in den Taschen von App-Store-Betreibern landet. Es lohnt sich daher, deine Community darauf hinzuweisen, dass Zahlungen über den Desktop (oder im Falle von YouTube über Android) oft effizienter sind und somit mehr direkt bei dir ankommen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Plattformwahl ist wichtig, aber das Nutzerverhalten beim Bezahlvorgang ist der eigentliche Hebel für deinen Netto-Ertrag. Wer die Zahlen genau analysiert – etwa mithilfe einer detaillierten Tabelle –, kann seine Strategie gezielter ausrichten und unnötige Gebühren vermeiden.

Originaltranskript

Transkript

Wie viel Geld kommt bei euch als Creator eigentlich an, wenn ein Nutzer eine digitale Transaktion tätigt? Genau darum geht es in diesem Video. Wir vergleichen YouTube und Twitch und schauen uns an, wie viel nach Mehrwertsteuer, App-Store-Gebühren, Plattformanteil und Einkommensteuer übrig bleibt.

Auf YouTube gibt es im Wesentlichen zwei Arten digitaler Transaktionen: Super-Funktionen wie Super Chat, Super Sticker und Super Thanks sowie bezahlte Kanalmitgliedschaften. Die Abrechnung folgt dabei grundsätzlich demselben Prinzip, deshalb können wir sie gemeinsam betrachten.

Bei Twitch müssen wir zwischen Abonnements und Bits unterscheiden. Abonnements haben je nach Plattform und Abo-Stufe unterschiedliche Beteiligungen. Bits funktionieren anders: Creator erhalten pro Bit einen festen Betrag, während der Einkaufspreis für Nutzer je nach Paket und Gerät variieren kann.

Die Methode ist immer gleich. Zuerst zahlt der Nutzer einen Bruttopreis. Davon gehen Mehrwertsteuer, mögliche Geräte- oder App-Store-Gebühren, der Plattformanteil und anschließend Steuern ab. Am Ende bleibt der Betrag, der tatsächlich beim Creator ankommt.

Bei YouTube ist der Anteil für Creator besonders stark, wenn Nutzer über Desktop oder Android zahlen. Android gehört zum Google-Ökosystem, deshalb fällt dort kein zusätzlicher App-Store-Anteil wie bei iOS an. Bei iOS wird es deutlich teurer, weil Apple einen Anteil an In-App-Zahlungen nimmt.

Auf Twitch sieht es bei Abonnements schwieriger aus. Desktop-Abos bringen schon weniger Nettoanteil als YouTube-Mitgliedschaften. Mobile Abos sind noch ungünstiger, weil zusätzlich App-Store-Gebühren anfallen und der Preis für Nutzer höher sein kann, während beim Creator weniger ankommt.

Bei Twitch Bits ist die Rechnung anders. Creator erhalten pro Bit einen festen Betrag, aber Nutzer zahlen je nach Paket und Plattform unterschiedlich viel. Große Bit-Pakete sind effizienter als kleine, und Desktop-Käufe sind meist besser als mobile Käufe. Dadurch kann der Nettoanteil bei Bits teilweise besser aussehen als bei mobilen Abos.

Der wichtigste Unterschied ist also: Für langfristige Mitgliedschaften und regelmäßige Unterstützung ist YouTube für Creator oft effizienter. Bei kurzfristigen Einmalzahlungen können Twitch Bits je nach Kaufweg konkurrenzfähig sein, aber mobile Käufe verschlechtern die Rechnung deutlich.

Für Creator bedeutet das: Achtet darauf, wo eure Community unterwegs ist. Eine Mobile-First-Community kann bei digitalen Transaktionen weniger effizient sein, weil App-Store-Gebühren einen großen Anteil abziehen. Desktop-Nutzer sind für solche Zahlungen meist am besten, und auf YouTube ist Android ebenfalls vergleichsweise stark.

Fazit: Wenn ihr langfristige Mitgliedschaften aufbauen wollt, ist YouTube finanziell oft attraktiver. Wenn ihr kurzfristige Einmalzahlungen betrachtet, hängt der Vergleich stärker vom Produkt, der Plattform und dem Gerät ab. Schaut euch die Zahlen genau an, bevor ihr eure Monetarisierungsstrategie festlegt.

Quellen

Du möchtest mehr über deine Einnahmemöglichkeiten als Creator erfahren? Auf unserer Creator Support und Beratung findest du weitere Informationen und Unterstützung, um das Maximum aus deinem Kanal herauszuholen, oder kontaktiere unten unseren Experten.

Martin Koytek

Geschrieben von

Martin Koytek

Managing Director

Produzent der kw.media YouTube-Tutorials und Ansprechpartner für YouTube-Beratung, Kurse und Creator-Support.

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